Zeitschrift des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte | eISSN 2195-9617

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Inhalt Rg 22 (2014)

Recherche

Thomas Duve

German Legal History: National Traditions and Transnational Perspectives

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Fokus

Thomas Duve

European Normativity – Global-Historical Perspectives. Introductory remarks

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Jürgen Renn

The Globalization of Knowledge in History and its Normative Challenges

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Hartmut Leppin

Christianity and the Discovery of Religious Freedom

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Heiner Lück

Aspects of the transfer of the Saxon-Magdeburg Law to Central and Eastern Europe

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Raja Sakrani

The Law of the Other. An unknown Islamic chapter in the legal history of Europe

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Martti Koskenniemi

Vitoria and Us. Thoughts on Critical Histories of International Law

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Tamar Herzog

The Appropriation of Native Status: Forming and Reforming Insiders and Outsiders in the Spanish Colonial World

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Jean-Louis Halpérin

Transplants of European Normativity in India and in Japan: a Historical Comparison

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Xiuqing Li

The Chinese Repository and Chinese Criminal Law in the Minds of Westerners of the 19th Century

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Zhongqiu Zhang

China’s Selection of Foreign Laws for Succession in the Late Qing Dynasty

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Guido L. Croxatto, Eugenio R. Zaffaroni

El pensamiento alemán en el derecho penal argentino

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Elisabetta Fiocchi Malaspina, Nina Keller-Kemmerer

International Law and Translation in the 19th century

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Urs Matthias Zachmann

Does Europe Include Japan? European Normativity in Japanese Attitudes towards International Law, 1854–1945

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Ute Frevert

Honour and /or /as Passion: Historical trajectories of legal defenses

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Paolo Grossi

Die Botschaft des europäischen Rechts und ihre Vitalität: gestern, heute, morgen

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Mario Ascheri

A final comment and request

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Kjell Å. Modéer

The Deep Structures of European Normativity in a Global Context

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Philip C. McCarty

Globalizing Legal History

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Kritik

Gunnar Folke Schuppert

The Cosmopolitan State

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António Manuel Hespanha

The Legal Patchwork of Empires

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Yang Li

Legal Orientalism, or Legal Imperialism?

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Stefan Kroll

Selbst die Kopie ein Original. Die Konstruktion und Adaption globaler Ideen

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Christiane Birr

Die seidenen Bande des Empire

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Otto Danwerth

Von den Inka lernen, heißt herrschen lernen. Zu zwei Editionen von Schriften eines spanischen Juristen im frühkolonialen Peru

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Leticia Vita

¿Por qué hablar de Culturas Constitucionales? Nuevas perspectivas sobre las revoluciones atlánticas

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Pamela Alejandra Cacciavillani

A labyrinth of dissimilar senses

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Roberto Gargarella

Explicando el constitucionalismo latinoamericano

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Ulrich Jan Schröder

Verfassungsvoraussetzungen – rechtshistorisch betrachtet

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Carolin Behrmann

Iconomus

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Michael Stolleis

Die Rückseite der Malerei ist die Vorderseite des Staates

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Christoph H. F. Meyer

Mittelalterliche Gerichtsbarkeit – im Zeichen der Sakralität und des Vergleichs?

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Mario Ascheri

Processo romanico-canonico: una ›eccellenza‹ attraverso il tempo?

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Karl-Heinz Lingens

Kostbare Zeit

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Christian Windler

Objekte als Medien der Diplomatie

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Harald Maihold

Kriegsrecht aus moraltheologischer Sicht

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Martti Koskenniemi

On the religious Origins of Capitalism

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Wim Decock

Geldüberwuchert

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Harald Maihold

Das spanische Drama als Probebühne für moralische Experimente

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Wim Decock

Papsttreu bis zum Tode

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Sylvia Kesper-Biermann

Der aufgeklärte Tod auf Raten

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Vera Finger

Am Morgen singen die Vögel

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Tina Hannappel, Karl Härter, Conrad Tyrichter, Thomas Walter

Terrorismus für die Rechtsgeschichte?. Neuerscheinungen zur Geschichte politischer Gewalt im 19. und 20. Jahrhundert

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Rechtsgeschichte - Legal History

Zeitschrift des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte

Rechtsgeschichte erscheint seit 2002 als gedruckte Ausgabe im Klostermann Verlag. Beginnend mit der Ausgabe 20 (2012) wird die Zeitschrift parallel online im Open Access publiziert. Verbunden mit dieser Umstellung wurde die Mehrsprachigkeit der Zeitschrift ausgebaut, was sich in der Namenserweiterung "Rechtsgeschichte - Legal History" ausdrückt. Die Erscheinungsweise wurde zugleich auf eine Ausgabe pro Jahr umgestellt. Aktuelle und zurückliegende Hefte können weiterhin als gedruckte Ausgaben über den Buchhandel oder direkt beim Verlag bezogen werden.

Ab der Ausgabe 20 (2012) finden Sie auf dieser Internetseite alle Texte der gedruckten Ausgabe, wahlweise als textidentische html Datei oder text- und seitenkonkordant im pdf-Format. Die Bildstrecke bleibt jedoch dem gedruckten Heft vorbehalten. Die Ausgaben 1 bis 19 stehen online nur im pdf-Format zur Verfügung. Das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe finden Sie in der linken Seitenspalte, zu den zurückliegenden Ausgaben gelangen Sie über die obere horizontale Navigation.

Aktuelle Ausgabe:

Rechtsgeschichte - Legal History Rg 22 (2014)

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Deutsch

Editorial

Vor 50 Jahren, im Jahr 1964, nahm Helmut Coing den Ruf als Gründungsdirektor an das bereits seit langer Zeit geplante Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte an; in der Max-Planck-Gesellschaft wird eine solche Rufannahme üblicherweise als die Geburtsstunde eines Instituts angesehen. Seit den Tagen Helmut Coings hat sich die europäische Rechtsgeschichte zu einem lebendigen Feld der Forschung transnationaler Rechtsgeschichte entwickelt. Das Institut war ein wichtiger Teil und Motor dieser Bewegung. Ein halbes Jahrhundert später können wir nicht nur auf dieser Tradition aufbauen, ihre Einsichten und Ergebnisse nutzen, ihre Grenzen zu überwinden und um globale Perspektiven zu ergänzen versuchen. Wir tun dies nun vielmehr auch in einer gänzlich neuen Umgebung, nämlich unserem neuen Institutsgebäude, das seinen Sitz an der Südostspitze des Campus Westend der Goethe Universität im Herzen von Frankfurt hat. Aufmerksame Leserinnen und Leser der Rg mögen den Umbau unserer Forschungsaktivitäten insbesondere mit dem Heft 20 (2012) der Zeitschrift verfolgt und in der gedruckten Version von Heft 21 (2013) auch einige Fotos gesehen haben, die den Schwerpunkt zu ›Taufe und Recht‹ und das Forum ›Law and Revolution – revisited‹ begleiteten: Bilder von der Umordnung des Wissens anlässlich unseres Umzugs.

Die Einweihung des neuen Institutsgebäudes im September 2013 war eine willkommene Gelegenheit, um Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Disziplinen und Forschungsbereichen dazu einzuladen, unsere Ideen zu diskutieren und ihre eigenen Überlegungen zur Notwendigkeit der Öffnung unserer Forschung für globale Perspektiven und damit auch für andere Formen der Normativität vorzustellen. Wir taten dies auf einer Tagung mit dem Titel European Normativity – Global Historical Perspectives. Die meisten der in diesem Heft im Fokus abgedruckten Beiträge wurden auf dieser Tagung vorgestellt und diskutiert, einige weitere Aufsätze haben wir hinzugefügt, weil sie uns wichtige Perspektiven auf Forschungsgebiete zu erschließen schienen, die, wie zum Beispiel die chinesische Rechtsgeschichte und ihre komplexe Beziehung zu den westlichen Traditionen, auf der Tagung nicht repräsentiert waren. Auf diese Weise geben die Beiträge in diesem Heft einen Überblick über sehr unterschiedliche methodologische und konzeptionelle Überlegungen sowie eine Reihe von Fallstudien zu den Verflechtungsprozessen zwischen normativen Ordnungen, die uns lange Zeit als weitgehend getrennt erschienen.

Die Tatsache, dass wir, vor allem im 19. und 20. Jahrhundert, nicht mehr in getrennten Welten, sondern in einer intensiv miteinander verbundenen Weltordnung lebten, nicht zuletzt durch den Kolonialismus, wird von den Illustrationen in diesem Heft verdeutlicht: einer kleinen Sammlung von Briefmarken, die durch die Welt reisten, Nachrichten, Bilder und Ideen von einem Ort zum nächsten beförderten. Auch in der Kritik haben wir uns auf wichtige Publikationen aus dem Bereich der Transnationalen Rechtsgeschichte konzentriert, und wir sind sehr froh, dass wir damit eine Reihe von ausführlichen Überlegungen zu dieser lebendigen internationalen Forschung zur Transnationalen Rechtsgeschichte publizieren können.

Doch auch eine auf transnationale Rechtsgeschichte und damit ihre eigene Transnationalisierung zielende Wissenschaft konstituiert sich aus ihren meist nationalen Traditionen. Wir müssen deswegen diese eigenen Traditionen kennen, sie auch pflegen, nach ihrem Ort in der sich herausbildenden transnationalen Arena fragen und sie nicht zuletzt unseren Kolleginnen und Kollegen aus anderen Traditionen erläutern. Aus diesem Grund wird im einleitenden Artikel dieses Hefts ein Überblick über einige analytische Traditionen unserer Disziplin von einer dezidiert deutschen Perspektive aus versucht. Besondere Aufmerksamkeit beanspruchen dabei die grundlegenden Veränderungen im deutschen Wissenschafts- und Rechtssystem während der letzten 25 Jahre sowie die Herausforderung, die sich aus diesen Veränderungen ergeben. Diese Selbstbeobachtung versucht umzusetzen, was die wissenschaftshistorische Forschung während der letzten Jahrzehnte immer deutlicher herausgearbeitet hat: dass nämlich die Bedingungen der Wissensproduktion unweigerlich von besonderer Bedeutung für die Inhalte sind, in unserem Fall also für unser Bild auf die Rechtsgeschichte.|

Ein Ergebnis des Überblicks liegt darin, dass gerade die Transnationalisierung von Recht und Rechtswissenschaft unserer Disziplin faszinierende Perspektiven eröffnet. Der 50. Geburtstag des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte, aber auch der 100. Geburtstag der Frankfurter Goethe Universität, den diese ebenfalls im Jahr 2014 feiert, luden zu einem solchen Rückblick auf ein Jahrhundert rechtshistorischer Forschung in Deutschland – und einem Ausblick auf mögliche Perspektiven ein.

English

Editorial

It is a tradition within the Max-Planck-Society to commemorate the anniversary of an institute on the day its founding director accepted his or her nomination. And it was fifty years ago, in 1964, that Helmut Coing has done so. Since Coing’s days, European Legal History has emerged as a powerful field within transnational legal history, and our Institute has been pivotal to this movement. Half a century later, we have not only been able to build upon this tradition, draw on its results, overcome some of its shortcomings, and open ourselves up to global perspectives. We are also able to do that in a stimulating new working environment in the heart of Frankfurt, on the edge of the Westend-Campus of Goethe University, where our new building is located. Attentive readers of Rg may have witnessed the restructuring of our research perspectives, elaborated in the 20 (2012) issue, and found out about our Institute’s relocation from a series of images published in the 21 (2013) issue as well as in two journal sections: Focus on ›Baptism and Law‹ and Forum on ›Law and Revolution – revisited‹.

The inauguration of the Institute’s new building in September 2013 was a welcome opportunity to invite scholars from different disciplinary traditions and fields of study to exchange ideas on the necessity of opening up legal history for global perspectives, and thus for other modes of normativity. We did so under the title »European Normativity – Global Historical Perspectives«. Not all contributions in this volume grew out of conference presentations. Some were included as they enriched and expanded the range of perspectives generated at the conference, for instance, on Chinese legal history and its complex relationship with Western traditions. Together, the contributions in this issue provide us with a wide range of methodological and conceptual reflections, as well as case studies on the intense entanglements between normative orders we for a long time had regarded as separate. And especially in consideration of the 19th and 20th century context of colonialism, that we lived in an intensely connected world is evident in this issue’s illustration, which depicts a small collection of stamps that travelled around the world, bringing news, images, and ideas from one place to another. In the review-section, we focus on important new publications in transnational legal history, and we are very happy to provide a number of extensive critical assessments on the results of the powerful international research on emergent, yet influential, field of transnational legal history.

Nevertheless, any transnational scholarship relies on specific, often national, traditions. Thus, we need to reflect upon our own traditions, cultivate them, search for their place in the emerging transnational arena, and explain them to scholars from different traditions. For this reason, I have tried, in the introductory article of this issue, to provide an overview of some of the analytical traditions within our discipline from a German perspective. In doing so, I have paid special attention to the important changes in the German science and legal system during the last 25 years, the challenges resulting from these transformations in light of what research tells us about the history of knowledge creation in the last decades, namely that content relies on the conditions of knowledge production. The transnationalization of law and legal scholarship opens up fascinating perspectives for our discipline. The 50th anniversary of the Max-Planck-Institute for European Legal History this year, and coincidentally also the 100th anniversary of Frankfurt Goethe University, provides an excellent occasion to review some aspects of a century-old tradition of legal-historical research in Germany in order to advance future research perspectives.